Schlag ins Gesicht für Putin: Russland gehen offenbar selbst die Uralt-Waffen aus

Seit geraumer Zeit muss Russland im Ukraine-Krieg kreativ sein und auf veraltete Waffen zurückgreifen. Doch selbst die könnten Moskau schon bald ausgehen.
Moskau/Kiew – Neben starken personellen Verlusten hat die russische Armee im Ukraine-Krieg auch zunehmend mit Munitionsmangel und schwindender Ausrüstung zu kämpfen. Mehrfach beschwerte sich bereits Jewgeni Prigoschin, Chef der Söldnergruppe Wagner, über ausbleibende Lieferungen aus Moskau. Nun schrieb auch ein ranghoher ukrainischer Beamter auf Twitter, dass Russland „die vorbereiteten Waffenvorräte ausgehen“.
Oleksij Danilow, Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, erklärte, dass der Kreml im Nachbarland ursprünglich „einen Blitzkrieg“ vorsah – statt einer „Blitzverwertung“. Dabei hätten sich Raketen sowie militärische Ausrüstung „über Jahrzehnte angesammelt“. „Eine korrupte Wirtschaft ist nicht in der Lage, eine Fassade zu bieten, Auslandshilfe für das terroristische Russland ist eine Angelegenheit von höchster Bedeutung“, schrieb Danilow weiter.
Russland benötigt Unterstützung und Waffenlieferungen
Zuletzt war Russland auf Waffenlieferungen aus anderen Ländern angewiesen, wie etwa dem Iran und auch Nordkorea. Während Teheran Shahed-Drohnen zur Verfügung stellte, die unter anderem gegen ukrainische Infrastruktur eingesetzt wird, soll Pjöngjang Raketen und Munition geliefert haben. Moskau hatte entsprechende Berichte bislang nicht kommentiert oder zurückgewiesen.
Zu Beginn des Monats meldete Forbes, dass ein „verzweifeltes Russland“ damit begonnen habe, uralte Schiffsgeschütze – 80 Jahre alte, um genau zu sein – auf Truppentransporter zu montieren. Zudem soll ein Video zeigen, mit welcher Ausrüstung neue Rekruten der russischen Armee ausgerüstet werden: mit Plastikbeuteln und rostigen AK-47-Sturmgewehren. Einige Soldaten berichteten direkt von der Front und behaupteten, dass sich „seit dem Zweiten Weltkrieg“ nichts geändert habe.
Ukraine-Krieg: Auch der russische Raketenbestand neigt sich allmählich dem Ende zu
Dass die Waffenvorräte der russischen Streitkräfte zunehmend schnupfen, zeigte zuletzt auch eine Diagnose der estnischen Geheimdienstchefin Margo Grosberg. Putins Truppen könnten möglicherweise nur noch drei bis vier Monate lang Raketenangriffe durchführen können, sagte Grosberg. „Pessimistischere“ Prognosen ergaben jedoch, dass das Raketenarsenal noch Feuerkraft für bis zu neun Monate bieten könnte.
Meine News
Der britische Geheimdienst gab im Dezember an, dass Moskau aufgrund eines Mangels an Marschflugkörpern gezwungen gewesen sei, seine Raketenangriffe zu reduzieren. Der pensionierte Generalleutnant der US-Armee, Mark Hertling, sagte in einem CNN-Auftritt, dass Wladimir Putin erkannt habe, „dass ihm die Munition, die er für die Fortsetzung des Kampfes braucht, schnell ausgeht“. (nak/dpa)