The app for independent voices

Ich finde hier auffällig, wie die meisten Substacks sich marktförmig auf ein Thema, eine Facette ihres “Brandings” reduzieren und dann ggf. eine Art “Bauchwarenladen” verschiedener Nischen bedienen. Die strikte Trennung der Medien erscheint mir unzeitgemäß - Kommunikation ist längst konsequent intermedial situiert. Politische, ökologische, ökonomische, philosophische, soziale Fragen werden nicht mehr nur in Essays oder Sachbüchern verhandelt, sondern gleichzeitig in Dokumentarfilmen, Fotoserien, Podcasts, Graphic Novels oder bildender Kunst; oft bewegen sogar fiktionale Serien mehr in Öffentlichkeiten als ein Artikel im Feuilleton. Theoriebildung und Literatur gehen in Autofiction oft ineinander über. Wer sich auf ein Medium beschränkt, begrenzt damit auch seinen konzeptuellen Zugriff auf Wirklichkeit – denn jedes Medium erschließt andere Aspekte derer. Und die Produktionskosten sind auch so niedrig wie nie zuvor. Gerade auch in Zeiten von TikTok, Instagram, Youtube und zugleich Alt Right Media kann das dazu führen, dass letztere die Öffentlichkeit beherrschen. Das Coole bei Substack ist ja, das es auch anders ginge. Die Möglichkeiten von Intermedialität sind ja hier sehr ausgeprägt.

Jan 14
at
4:21 PM

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