In Tel Aviv wird am Tisch geschrien, in Berlin wird der Tisch verlassen. Ich habe mich gestern mit einer jüdischen Bekannten unterhalten – Akademikerin, 36, tief verwurzelt in Deutschland und Israel. Ihre Diagnose ist ein Schlag in die Magengrube: Während sie im kriegsgebeutelten Israel die Freiheit findet, mit jedem über alles zu streiten, erlebt sie Deutschland als ein Land der "Schubladen" und der Kontaktschuld.
Dazu passt das bizarre Schauspiel unserer Zeit: Wir werfen Teddybären an Tatorte und inszenieren Betroffenheit, aber wir schaffen es nicht mehr, die Meinung eines Freundes auszuhalten.
Warum wir die echte Empathie gegen eine moralische Pose getauscht haben und was der Fall Theo Müller über unseren kollektiven Zustand verrät – darüber schreibe ich in meinem neuen Beitrag.
Was meint ihr: Haben wir das echte Streiten verlernt? Schreibt es mir in die Kommentare.