Meine 5 Cent zu den Epstein-Files: Wir erleben gerade ohne jeden Zweifel ein Hyper-Event im Massenbewusstsein, allerdings mit ambivalenten Implikationen. Dass sich plötzlich reihenweise Menschen bei als „Verschwörungstheoretikern“ gebrandmarkten Personen wie Xavier Naidoo entschuldigen, dass Springer-Journalisten öffentlich ihre völlige Konsternierung offenbaren - hinter diese grundlegende Erkenntnis geht es nun nicht mehr zurück. Es ist ein ultimativer „Black Pill“-Moment für den Mainstream. Arroganz gegenüber abgefahren klingenden Verschwörungstheorien lässt sich ab jetzt nicht mehr so einfach als „Default“-Sichtweise vertreten, ohne die eigene Ignoranz gegenüber neuen, offiziellen Erkenntnissen zur Schau zu stellen.
Denn es handelt sich um offizielles Regierungsmaterial. Dagegen lässt sich - in Analogie zu den RKI-Files - nun einmal schwer gegen andiskutieren. Man kann die Causa Epstein höchstens ignorieren (siehe rechtspopulistisch-zionistische Medien wie Nius oder Apollo, aber auch unsere üblichen "linken" Faktenchecker vom Dienst, etwa die Amadeu-Antonio-Stiftung, sind plötzlich eigenartig verstummt) oder sich mit albernen „Russland“-Behauptungen vollkommen zum Löffel machen (BILD).
Die Realität ist - ab sofort amtlich bestätigt - noch viel abgefahrener, als die abgefahrensten Verschwörungstheoretiker es seit Jahren behauptet haben. Hinter diese Erkenntnis geht es nun nicht mehr zurück - zumindest, wenn man sich auch nur rudimentär in sozialen Medien informiert. Soviel zum durchaus erfreulichen Aspekt dieser Veröffentlichung.
Man muss sich jedoch eines bewusst machen: Solange es keine Verhaftungen gibt, handelt es sich hier vor allem um Massentraumatisierung und Verstetigung von schwersten Verbrechen als "Privilegien" der Superreichen und Mächtigen. Öffentliche Beschämung ist das einzige, was der Öffentlichkeit bislang als "Strafe" oder "Sühne" der Verantwortlichen dargeboten wird. Kindesmissbrauch und -mord wird somit in unseren Köpfen als "neues Normal" und "ultimatives Statussymbol" installiert: Wer DAS straffrei tun darf, ist WIRKLICH reich und mächtig. Das ist okkultes Social Engineering.
Michael A. Hoffman beschrieb es in seinem Buch „Secret Societies and Psychological Warfare“ als 'the Revelation of the Method', zu Deutsch „die Offenlegung der Methode“: Man verrät, was man macht, und wie man es macht, und konditioniert damit das Massenbewusstsein hin zu einer neuen Realität. Die dadurch erzeugte Ohnmacht ist eine weitere bewusste Demütigung, Machtdemonstration, und Verstetigung dieser Macht. Er spricht von einer „clown-like, grinning mockery of the victims“ – einer clownesken, grinsenden Verhöhnung der Opfer.
Solange es keine Verhaftungen gibt, dient die Epstein-Files-Veröffentlichung in erster Linie solchen „Social-Engineering“-Zwecken: Eine okkulte Konditionierung des Massenbewusstseins hin zur Anerkennung einer für die Massen bis dahin neuen, monströsen Realität als „normal“. Nur wenn rechtliche Konsequenzen folgen, kann hier von einer echten Aufklärung die Rede sein. Ich bezweifle, dass solche Konsequenzen folgen werden, denn für Razzien und Verhaftungen war seit Epsteins Verhaftung nun wirklich genug Zeit. Daher bin ich - bei aller Erfreulichkeit des bahnbrechenden Erkenntnisgewinns für Normies - hier eher bei Michael A. Hoffman.
Quelle als PDF zum Download: Michael A. Hoffman (2001): Secret Societies and Psychological Warfare