Hausputz
Samstag, 8.17 Uhr.
Er steht in der Küche und hat jetzt schon keine Lust.
Der Lappen nass.
Das Wasser zu heiß.
Der Reiniger riecht nach einer Sauberkeit, die ihm sofort auf die Nerven geht.
Auf der Platte klebt etwas Eingetrocknetes.
Im Bad Zahnpasta am Spiegel.
Der Abfluss voller Haare.
Schon lange hatte keiner mehr Lust, sich um dieses widerliche kleine Loch zu kümmern.
Kaum ist man wach, ist schon wieder alles falsch.
Dann heißt es: Faulheit.
Als wäre es ein moralischer Fehler, nicht begeistert vor Krümeln zu knien.
Aber vielleicht ist Faulheit manchmal bloß der letzte stumpfe Rest von Verstand.
Die Weigerung, sein Leben restlos an Kalk, Fett und Dreckränder zu verfüttern.
Trotzdem macht man es.
Nicht aus Würde.
Sondern weil einen die Dinge so lange anstarren, bis man nachgibt.
Man zieht Haare aus dem Abfluss, als würde man etwas aus sich selbst herausreißen.
Das Wasser wird grau.
Die Hände riechen nach Chemie.
Innerlich denkt man nur noch: leck mich.
Am Ende glänzt alles.
Und man selbst ist der Einzige, der dabei stumpfer geworden ist.