Make money doing the work you believe in

Jürgen Matthes vom Institut der deutschen Wirtschaft überschätzt den China-Effekt in seiner groben Überschlagsrechnung iwkoeln.de/studien/juer… masslos. Er behauptet, Chinas Beitrag habe zwischen 2019 und 2025 in der Industrie 400.000 von 520.000 Arbeitsplätzen vernichtet. Verglichen mit dem restlichen Euroraum (ohne Irland) hinkt Deutschland beim Wachstum in dieser Zeit um 7,5% hinterher. Geht Matthes also von einem China-Effekt von 1,4% aus, erklärt dies eher ein Fünftel: also 100.000 statt 400.000 abgebauter Jobs.

Matthes blendet dabei komplett aus, wie sehr die Vollinvasion Russland ab 2022 die Energiepreise in die Höhe trieb und das Vertrauen der Unternehmen erschütterte. Noch 2021 prognostizierten die Institute und die Bundesbank für die Zeit nach der Pandemie im Schnitt ein kräftiges Aufholwachstum von 7% für die Jahre 2022 und 2023. Gemessen daran schmälerte die Vollinvasion das BIP jedoch um 5 bis 6% – was rund 200 Mrd. $ entspricht. Matthes' mechanische Rechnung auf diese Zahlen übertragen, hätten sogar 1,6 Mio. Jobs wegfallen müssen – und nicht nur die tatsächlichen 520'000.

Und: Die deutschen Exporte nach Europa brachen viel stärker ein als nach China und in den Rest der Welt. Gleichzeitig büsste China in Europa im selben Takt Exportgeschäft ein. Wenn dieser Europa-Schock also unabhängig von China ausfiel und schwerer wog als der China-Schock, kann Peking unmöglich für 77% der verlorenen Jobs verantwortlich sein.

Mehr dazu auch:

(1): fuw.ch/vergesst-den-chi…

(2): fuw.ch/den-chinaschock-…

(3) fuw.ch/industriekrise-d…

Jul 12
at
2:16 PM
Relevant people

Log in or sign up

Join the most interesting and insightful discussions.