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Rilkes Zeitdiebe 2/X

Nachdem Nikolaj Kusmitsch (geiler Name btw) sich seine Sekunden ausgerechnet hatte (50 x 365,25 x 24 x 60 x 60 = 1577880000 Sekunden, also eine ganze Menge, wenn ich korrekt gerechnet habe, natürlich im Kopf), war er in guter, ja sogar ausgelassener Stimmung. In einer solchen neigt der Mensch ja dazu “herablassend” mit sich selbst zu reden. So auch dieser:

“Nikolaj Kusmitsch”, sagte er wohlwollend und stellte sich vor, dass er außerdem noch, ohne Pelz, dünn und dürftig auf dem Rosshaarsofa säße, “ich hoffe, Nikolaj Kusmitsch”, sagte er, “Sie werden sich nichts auf Ihren Reichtum einbilden. Bedenken Sie immer, dass das nicht die Hauptsache ist, es giebt arme Leute, die durchaus respektabel sind; es giebt sogar verarmte Edelleute und Generalstöchter, die auf der Straße herumgehen und etwas verkaufen.” Und der Wohltäter führte noch allerlei in der ganzen Stadt bekannte Beispiele an. (Aufzeichnungen, S. 143f.)

Und der “andere Nikolaj Kusmitsch” (bester Name) war vernünftig.

“Er änderte in der Tat nichts an seiner bescheidenen, regelmäßigen Lebensführung, und die Sonntage brachte er nun damit zu, seine Rechnung in Ordnung zu bringen.”

Doch wir ahnen bereits, dass es mit unserem lieben Nikolaj, oder sollten wir lieber sagen, mit dem Neureichen Herrn Schnösel Kusmitsch, ein schlimmes Ende nehmen wird, denn so ist der Lauf der Dinge, nicht wahr?

Stay tuned :)

Rilkes Zeitdiebe 1/X

Ihr erinnert euch sicherlich an Momo — von Michael Ende, und die Grauen Herren, die den Leuten in Sekunden vorrechnen, wie viel Zeit sie vergeuden, um ihnen anzuempfehlen, sie stattdessen zu sparen?

Nun, ich denke, Ende hat die Idee dazu von Rilke, denn dieser schildert in seinen Aufzeichnungen die Geschichte eines “kl…

Oct 21
at
7:03 PM

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